Indianerwochenende 2026

Abenteuer im Tipidorf am 8.-10. Mai 2026 · Familien

31.05.2026

Bereits zum dritten Mal machte sich unsere Familiengruppe auf den Weg ins Tipidorf am Chiemsee – und diesmal sogar mit stolzen 53 Stammesmitgliedern aus 16 Familien. Unter dem diesjährigen Motto „Träume“ verbrachten wir gemeinsam ein Wochenende voller Geschichten, Abenteuer, Lagerfeuer und großer Gemeinschaft. 

Am Freitagabend wurden zuerst die Tipis bezogen und das Lager eingerichtet. Danach meldete sich schnell der Hunger der kleinen und großen Indianer. Gemeinsam wurden Nudeln mit „Blutbolognese“ gekocht und es gab Marshmallows vom Lagerfeuer zum Nachtisch. Zufrieden und mit vollem Magen versammelte sich der Stamm dann im kleinen Amphitheater mit direktem Blick auf den Sonnenuntergang über dem Chiemsee. Während die Sonne langsam hinter dem See verschwand, las unser Häuptling aus dem großen Buch der Stammesweisheiten und die Geschichte der Spinnenfrau, Asibikaashi. Sie wacht über die Träume der Menschen und webt ihre schützenden Netze gegen böse Träume. Schon da war klar: Am nächsten Tag müssen Traumfänger gebaut werden. 

Später blinzelten die Sterne durch die Wolkendecke. Einige Stammesmitglieder ließen den Abend noch am Lagerfeuer ausklingen, bauten gemeinsam Fackeln aus geschmolzenem Wachs und alten T-Shirts und lauschten dem Knistern des Feuers. Für die Jungindianer hieß es schließlich “Schlafenszeit” – denn ein großer Tag wartete! 

Der Samstag begann mit einem gemütlichen Semmelfrühstück. Danach wollten wir eigentlich sofort mit dem Basteln der Traumfänger beginnen. Doch schnell stellte sich heraus: Die Federn waren verschwunden! 
Migizi, der große Adlergeist, war in der Nacht im Lager gewesen. Hoch oben über Wäldern und Seen wacht er über die Träume der Menschen. Er hatte gespürt, dass unsere Traumfänger noch keine Kraft besaßen. Deshalb nahm er die Federn mit sich – nicht aus Bosheit, sondern weil Federn verdient werden müssen. 
Also wurden zunächst Traumfänger ohne Federn gebaut. 

Migz stelle die Jungindianer vor Fünf Prüfungen um die Federn zurückzugewinnen:

  • Die Augen des Luchses – ein Waldmemory
  • Das Gedächtnis des Raben – versteckte Tierfiguren im Wald finden
  • Das Auge des Adlers – mit Pfeil und Bogen durch einen schwebenden Ring schießen
  • Die Kraft des Bisons – Geschick und Stärke beweisen beim Hufeisenwerfen
  • Das Herz des Feuers – Feuer entzünden ohne Feuerzeug 

Nachdem wir die ersten vier Prüfungen bestanden hatten, führte uns der Weg hinunter an den Chiemsee zu einer ausgedehnten Rast. Einige mutige Indianer wagten sich ins Wasser, um sich die Füße zu kühlen. Ein Eis durfte natürlich auch nicht fehlen und sorgte für neue Kraft für den Rückweg. 

Oben wartete schließlich die letzte Prüfung: Feuer entzünden ohne Feuerzeug oder Streichhölzer. Es standen Lupe, Feuerstein, Feuerstahl und Feuerbohrer zur Verfügung. Mit viel Geduld, Teamgeist und einigen Rauchzeichen gelang es schließlich, die letzten Federn zurückzugewinnen.

Danach wurde ein großes Feuer fürs Grillen vorbereitet. Alle halfen begeistert mit - das Feuer zu bewachen und das Essen vorzubereiten. Einige Stammesmitglieder vervollständigten anschließend ihre Traumfänger mit den - insgesamt acht - gewonnenen Federn. Die Zahl Acht steht symbolisch für die acht Beine der Spinnenfrau Asibikaashi. Zusammen mit den Federn vereinten die Traumfänger die vier Elemente: Luft (Federn), Wasser (Muschel), Erde (Stein) und Feuer (gehärteter Stahl). 

 

Nach dem Grillen versammelten wir uns erneut bei Sonnenuntergang im Amphitheater. Diesmal wurden die Indianergeschichten bereits von den Kindern selbst vorgelesen – der Häuptling durfte pausieren. Zur kleinen Stärkung gab es Pemmikan und später natürlich wieder Marshmallows am Feuer.

Der Himmel zeigte sich diesmal sternenklar. So konnten wir gemeinsam mit dem Hobbyastronomen aus dem Tipidorf noch eine kleine Sternenkunde erleben und verschiedene Sterne und Sternbilder beobachten. 

Am Sonntagmorgen klang das Wochenende gemütlich bei einem letzten Semmelfrühstück aus. Zum Muttertag gab es Kuchen und Blumen für die Stammesmütter, bevor langsam gepackt, gefegt und Abschied genommen wurde. Dazwischen blieb natürlich noch viel Zeit zum Spielen: auf den Bäumen, mit Pfeil und Bogen, am Lagerfeuer oder mit den selbst gebastelten Traumfängern.

So ging wieder ein intensives, spannendes und inspirierendes Wochenende voller frischer Luft, schwieriger Prüfungen und wundervoller Gemeinschaft zu Ende. Es wird unserem Stamm noch lange in Erinnerung bleiben.