Unsere Geschichte
Von einer zufälligen Begegnung zur lebendigen Alpenvereinssektion Markt Schwaben
Die Wurzeln: Bergbegeisterte Turner in München
Unsere Geschichte beginnt 1872, als sich aus dem Turnverein München von 1860 eine Gruppe bergbegeisterter Turner löste und das Turner‑Alpen‑Kränzchen München (TAK) gründete. Was als kleine, exklusive Gemeinschaft begann, entwickelte sich rasch zu einem festen Bestandteil der Münchner Bergszene. 1912 wurde das TAK offiziell Teil des Deutschen Alpenvereins – ein Schritt, der die Verbindung zur alpinistischen Welt weiter vertiefte.
Ein Zufall, der alles veränderte: Die Gründung in Markt Schwaben
Die Markt Schwabener Geschichte nahm 1952 ihren Anfang – und zwar durch einen Zufall. Beim 80. Stiftungsfest des TAK in München saßen zwei Mitglieder, Adolf Krause und Wolfgang Karrer, zufällig nebeneinander. Erst im Gespräch stellten sie fest, dass beide aus Markt Schwaben stammten. Da die Verkehrsverbindungen zwischen München und Markt Schwaben damals spätabends schlecht waren, entstand die Idee, eine eigene Ortsgruppe zu gründen.
Am 9. Juli 1953 trafen sich schließlich zwölf Schwabener Bergfreunde im Café Sonnblick – und gründeten den Markt Schwabener Zweig des Turner‑Alpen‑Kränzchens. In der Marktgemeinde wurde die Gruppe bald liebevoll „das TAK‑Zweigerl“ genannt.
Ein Chronist, der unsere Geschichte bewahrte
Einer der Mitbegründer, Alfons Biermaier, prägte die ersten Jahrzehnte wie kaum ein anderer. Der Lehrer war ein akribischer Chronist: Von 1953 bis 2003 dokumentierte er nahezu jedes Ereignis, jede Tour und jedes Vereinsabenteuer. Seine sorgfältigen Aufzeichnungen machen die frühen Jahrzehnte unseres Vereins bis heute außergewöhnlich gut nachvollziehbar.
Gemeinschaft und Abenteuer: Die frühen Jahre
Die ersten Jahrzehnte waren geprägt von gemeinschaftlichen Erlebnissen:
- Riesentorläufe auf der Haushamer Alm am Spitzingsee – über 20 Jahre lang, ab Mitte der 1950er.
- Eine lebendige Jugendarbeit, bei der „die Jungen immer mit den Älteren mitreisten“.
- Zahlreiche Ausflüge, Führungen und Hüttenfahrten, die bis heute in der Chronik nachzulesen sind.
Diese Mischung aus Abenteuerlust und Gemeinschaftsgeist wurde zum Markenzeichen des Vereins.
1988: Ein Kletterturm entsteht – und mit ihm ein Zentrum
Ein Meilenstein war 1987/88, als die Marktgemeinde die leerstehende Kläranlage am Sägmühlenweg zur Verfügung stellte. In gemeinschaftlicher Eigenleistung wurde das 14‑Meter‑Treppenhaus in einen Kletterturm verwandelt – der Grundstein für das heutige Kletterzentrum.
Mit viel Engagement, Jugendarbeit und Familienangeboten wuchs der Verein stetig. Heute zählt die Sektion über 1900 Mitglieder und gehört damit zu den größten Vereinen der Marktgemeinde.
2008: Der Schritt in die Eigenständigkeit
Nach Jahrzehnten als Ortsgruppe des TAK München wagte der Verein 2008 den Schritt zur Selbstständigkeit:
Die Sektion Markt Schwaben im Deutschen Alpenverein wurde gegründet. Unterschiedliche Vorstellungen zwischen München und Markt Schwaben gaben den Ausschlag – und viele Mitglieder entschieden sich für den Übertritt.
Seitdem gestalten wir unser Vereinsleben eigenständig, ohne unsere Wurzeln zu vergessen.
Bergsteigerische Höhepunkte unserer Mitglieder
Im Laufe der Jahre haben Mitglieder unserer Sektion beeindruckende Leistungen erbracht. Um nur einige Highlights zu nennen:
- Sebastian Lippacher: Besteigung des 8201 m hohen Cho Oyu ohne Sauerstoff (2009).
- Marina Kraus: Erste Frau der Sektion auf einem 7000er (2010).
- Walter Kressirer: Alle 4000er der Alpen bestiegen.
- Aodhan Umlauf: Mit zahlreichen Erfolgen im Speedklettern ausgezeichnet; zuletzt U19‑Europameister und U19‑Weltmeister.
Heute und morgen: Naturschutz und Verantwortung
Bis heute prägt uns ein Gedanke, der in der Sektion fest verankert ist:
Wir verstehen uns als starken Partner für Naturschutz und nachhaltiges Bergsteigen.
Ein wichtiges Zukunftsziel ist die Klimaneutralität. Erste Schritte sind gemacht – weitere werden folgen, um unseren Beitrag zum Schutz der Bergwelt kontinuierlich auszubauen.